Jugendarbeitslosigkeit in Europa und ihre Folgen

In Europa sehen wir uns als Folge der aktuellen Krisen – unter anderem – mit einer hohen Arbeitslosenquote konfrontiert. Im speziellen nimmt die Jugendarbeitslosigkeit extreme Ausmaße an. Diese erreicht in Ländern wie Spanien und Griechenland Quoten von weit über 50 Prozent. Eine erschreckende Zahl – und noch bedrückender sind die Folgen, die sozialen Auswirkungen. Jugendliche wissen noch nicht, was es bedeutet, in einer Gesellschaft zu leben und zu arbeiten. Arbeitslosigkeit führt dazu, dass eine Integration in diese Gesellschaft nicht möglich ist. Daraus resultieren nicht nur die direkten Folgen von Arbeitslosigkeit wie kein – beziehungsweise weniger -Einkommen, sondern auch längerfristige, wie schlechtere psychische und physische Gesundheit.

Jugendliche, die nie in langfristige Institutionen wie den Staat oder die Europäische Union vertrauen konnten, entwickeln auch leichter eine Präferenz für radikalere Ideen. Ein Beispiel für eine solche Entwicklung ist die Region der Peloponnes in Griechenland, die mit über 60 Prozent eine der höchsten Jugendarbeitslosenquoten in der EU aufweist. In den Regionalbezirken Korinthia und Lakonien konnte die neonazistische Partei Chrysi Avgi im Mai 2012 über zehn Prozent der Stimmen erzielen.

Wenn wir einen Blick auf die absoluten Zahlen an arbeitslosen Jugendlichen werfen, zeigt sich ein weiteres – häufig nicht thematisiertes – Problem: In Großbritannien gibt es fast eine Million arbeitslose Jugendlichen, es folgt – auf Platz zwei sowohl bei der Quote als auch in absoluten Zahlen – Spanien mit 863.000 arbeitslosen Jugendlichen, in Frankreich gibt es 701.000, in Italien 667.000. Und auch die absoluten Zahlen in Deutschland – 349.000 – sind erschreckend. Diese Menschen können nur unter großen gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen in den Arbeitsmarkt – und damit in die Gesellschaft – integriert werden. Das darf aber nicht nur im kleinen nationalen Rahmen passieren, sondern muss von einer starken Europäischen Gemeinschaft zu einem ihrer wichtigsten Ziele erklärt werden.

Quellen: Eurostat, IWF, ILO, Griechisches Innenministerium

Moritz Dragosits
studiert Wirtschaftsrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien und ist Teilnehmer des 6. Jahrganges der Wirtschaftspolitischen Akademie 2013/14.

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